Ephesus & Kupille

Um 1900 lebten in Kassel Ephesus und Kupille, die beiden letzten Altstadt-Originale.
Älteren Einwohnern Kassels sind sie zumindest dem Hörensagen nach noch bekannt. Sie waren, wie man hier in Kassel auch sagt, zwei richtige "Schlacken", tranken gerne einen über den Durst, verbrachten auch schon mal eine Nacht im Feuerwehrhaus und nahmen gern die Obrigkeit auf die Schippe. Von regelmäßiger Arbeit hielten sie wenig. Wie sie zu ihrem Namen kamen? Zu Ephesus konnte ich leider nichts heraus finden. Vielleicht war es sein richtiger Name? Kupille kam durch einen Arzt zu seinem Namen. Der Arzt hatte seine Augen untersucht und zu seiner Pupille etwas bemerkt. Zu Hause angekommen, hatte er den richtigen Begriff dafür vergessen und er hatte dafür "Kupille" in Erinnerung. Seit dieser Begebenheit nannte man ihn nur noch Kupille.


Da ich anlässlich der Dokumenta XI 2002 für eine Dokumenta-Schaufensterdekoration um einen entsprechend originellen Teddybär-Beitrag gebeten wurde, fielen mir unter anderem Ephesus und Kupille ein, die bereits seit längerem als "Kolumnisten" in unserer Zeitung (Hessische Allgemeine) zu verfolgen sind. So habe ich sie typgerecht nach alten Originalfotos als Teddybären inklusive Kleidung nachgearbeitet. Vorlagen dafür fand mein Mann im Stadtarchiv.

Ephesus besteht aus grau-grünem langflorigem Mohairplüsch, sein "Innenleben" ist aus Schafwolle. Er ist ca. 54cm groß. Kupille dagegen ist aus weißblondem Mohairplüsch und Holzwolle hergestellt. Seine Größe beträgt ca. 60cm. Beide sind je siebenfach gegliedert.


Es waren auch Ephesus und Kupille, die mir im Dezember 2003 für eine vierwöchige Ausstellung den Weg in das Kasseler Rathaus ebneten. Diese Ausstellung wurde von dem Kasseler Oberbürgermeister Herrn Lewandowski mit einer wunderbaren Vernissage eröffnet. Die Teddybären durfte ich im großen Vorraum des Oberbürgermeister-Büros in Szene setzen.
(Unten sehen Sie einige Fotos aus der "Rathaus-Ausstellung")
Sicherlich werden sie mir noch viel Freude bescheren und evtl. "neue Türen" öffnen.
Als Spende hatte ich sie unserer Zeitung angeboten, im Zuge einer Veranstaltung beispielsweise, sollten sie eigentlich unserem Kasseler Wahrzeichen, dem zur Zeit "kranken Herkules", der nur mit viel Geld saniert werden kann, helfen (zwischenzeitlich erstrahlt unser "Herkules" wieder in voller Schönheit) . Aber leider gab es hier in Kassel keinen Interessenten. Dabei würden sie in einer Halle, Vorraum einer Firma, Vitrine etc. ein sehr gutes Bild abgeben.
Nachfogende Bilder zeigen Ephesus, Kupille und alle "Bärsönlichkeiten im Vorraum des Kasseler Oberbürgermeister-Büros!

   
   

 

Ephesus und Kupille melden sich zu Wort:


Jetzt haben wir schon so viel erlebt und jedes Erlebnis, Ausstellungen, Events etc., war sehr aufregend und spannend! Wir wurden bewundert und bestaunt. Jeder hatte eine Idee, was man mit uns alles anstellen könnte. In der HNA waren wir mindestens 2 mal präsent. Es ist schön, im Mittelpunkt zu stehen. Unsere "Macherin" hat ja eigentlich schon alles über uns erzählt. Aber jetzt steht uns wieder ein großes Ereignis bevor: Ihr kennt ja bestimmt alle die Rotary-Clubs. Die Rotaryer feiern in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag (2005). Diesen feiern sie zugunsten des Deutschen Kinderschutzbundes, der aus verschiedenen Landes- und Ortsverbänden besteht. Einer dieser Ortsverbände ist der Deutsche Kinderschutzbund , Ortsverband Kassel e.V., der am 26.02.1965 gegründet wurde. Da dürfen wir doch nicht fehlen! Anläßlich dieses Geburtstages findet am 26.02.05 nämlich eine Super-Auktion statt, bei der viele tolle Sachen "Kuriositäten & Raritäten" versteigert werden. Und wir sind dabei!!!! Uns kann man ebenfalls ersteigern.
Für diese Auktion hat uns der Präsident des Bad Wilhelmshöher Rotary-Clubs Herr Dr. Luberichs sogar höchst persönlich abgeholt. Er war ganz begeistert von uns und hofft, dass wir für eine entsprechende Summe Adoptiveltern (kann auch eine Einzelperson sein) finden. Wir hoffen und wünschen uns natürlich, dass wir es dort, wo immer wir auch landen, richtig gut haben. Das wichtigste und schönste ist allerdings, dass wir Kindern ein bißchen helfen können, denn wir haben ja in unserer Eigenschaft als Teddybären sowieso (nicht nur) zu Kindern einen besonders "guten Draht".
Abends findet dann noch ein Benefizkonzert im Kasseler Staatstheater statt und der größte Teil des Erlöses durch den Verkauf der Eintrittskarten wird dem Deutschen Kinderschutzbund, Ortsverband Kassel e.V. zur Verfügung gestellt.
Falls wir doch nicht "adoptiert" werden, kommen wir eben wieder zu Wenzel`s Bärsönlichkeiten zurück. Sind die evtl. dann sogar froh darüber? Wir werden sehen.

Bis vielleicht, bald Ephesus und Kupille
 
Hallo, liebe Besucher dieser Site,
ja, nun sind meine beiden Lieblinge in einer neuen Familie! Sie kommen nicht mehr zurück, denn sie sind im Zuge der von Ephesus und Kupille erwähnten Auktion erworben worden. Seit dem habe ich nichts mehr von ihnen gehört und ein bißchen traurig bin ich schon. Aber alles dient ja einem sehr guten Zweck und wer weiß, im Laufe der Zeit entstehen sicher neue interessante Figuren (in Form von Teddybären), die als Originale der Stadt Kassel nahe gestanden haben.
Alles ist nur eine Frage der Zeit!
Der Anfang ist eigentlich mit dem "gestiefelten Kater", der in den Grimm`schen Märchen die "Hauptperson" ist, ja schon gemacht. Der gestiefelte Kater war das Motto des Weihnachtsmarktes 2004!
Monika Wenzel

Hurra, Ephesus und Kupille haben sich gemeldet!!!!!

Ihr Brief hat mich sehr beeindruckt, aber ich weiß nun, dass sie in absolut gute Hände gekommen sind. Wenn ich ihnen glauben darf, haben sie sich bisher gut benommen und begeistern ihre neuen "Adoptiveltern" und deren Umgebung. Aber hier der Brief (in Kasseler Mundart), den ich allen Besuchern, die inzwischen die beiden auf dieser Seite kennen gelernt haben, nicht vorenthalten möchte :


"Morjen "Mutter Moni",
eigentlich wollden wir uns ja gleich aus unsrer neuen Heimat melden. Aber du weißt ja wie das iss, erst mal alles anguggen, alle kennen lernen ein Schöppchen und noch eins und schon hadden wir widder vergessen uns Stift und Barbier zu besorjen.
Jetzt wollen wir dir aber berichten.
So eine Auktion war ja ne spannende Angelegenheit zwischen edlen Dippchen und Dellerchen, leicht zerbrechlichen Väschen und diversen Kunstdrucken, hatte man uns vorsorjlich auf eine robuste Holzbank verfrachtet, von wo wir den todalen Überblick hadden, nichts kapttmachen konnten und unseren Senf übberall dazu geben konnten.
Wir wurden zwar ordentlich bewundert, aber so die große Geldausgabewut brach den ganzen Tag nit aus. Die hadden ja auch wahrscheinlich gar kene richtje Ahnung welche Kasseler "Bärsönlichkeiten" sie vor sich hadden.
Aber dann kam doch noch so eine Original Kasselelaner Schlagge, die aus einer alden Schmiede aus doh Kastenalsgasse kommt und die schon als Kind von unseren Geschichten gehört hadde. Jetzt wohnen wir zwar in Vellmar, doch die Altstadt wird mindenstens einmal die Woche angefahren. So ohne "Altmarkt, Königsplatz und Pferdemarkt" fehld einem doch was.
Zur Begrüßung in unserer neuen Heimat gab es erst mal eine ordentliche Portion ahle Wurscht und eine Pulle Hausbrand. Na hier sind wir richtig!!!!!
Danach wurden wir dann erst mal genau begutachtet und für unseren Superbody und unsere Klamotten gelobt. Hast uns schon doll hingegricht.
Außerdem vefücht unsere "Neue" über Plüscherfahrung. Sie hat eine "plüschverückte" Freundin, für die sie als Urlaubsvertretung schon die "Plüschanimation" übernommen hat. Da gab es kein langweiliches auf dem Sofa gesitze, da mußte ordentlich was getan werden. Aerobik für Plüschs, Gartenpflege leicht gemacht u.ä.
Bei der nächsten Urlaubsvertretung werden wir natürlich behilflich sein und die Kurse anbieten. "Politik für Promilleheber" und "Kochen für Kalorienverputzer".
So nun reicht es erst mal, wir sind hier glücklich, denken viel an dich und schicken dann mal ein paar Fotos. Es dauert aber noch, da der Film nit voll werden will.
Viele liebe Grüße
Deine Ephesus und Kupille


Es ist jetzt Juli 2005 und von Ephesus und Kupille gibt es neue Fotos aus ihrem neuen Zuhause (aus Datenschutzgründen möchte ich diese nicht veeröffentlichen). Man kann darauf erkennen, dass es ihnen richtig gut geht und sie zur allgemeinen Freude ihrer jetzigen Familie und deren Freunde beitragen. Mal sehen, ob ich mal wieder etwas von ihnen höre.


24. Juli 2005
Neues von Ephesus und Kupille:
Voller Freude habe ich den Eintrag in meinem Gästebuch hier auf meiner Website gelesen! Sie waren neugierig, so wie das ihre Art ist, was sich so an "Geschwistern" getan hat. Lt. ihres Eintrages sind sie aber mit mir zufrieden. Ich finde es einfach genial, immer mal wieder von den beiden etwas zu hören bzw. zu lesen!


Oktober 2005
Ephesus und Kupille haben sich Weihnachten von ihrem neuen Zuhause gemeldet und vielsagende Bilder gemailt. Nach meinen Weihnachtsgrüßen an alle und meiner Nachfrage, ob sie sich benehmen, antworteten sie:


Moin Muddi,
Vielen Dank für die lieben Grüße. Natürlich sinn wir lieb! Weihnachten und Silvester haben wir nicht an Kalorien gespart. Unsere Bäuche sind ein klein wenig runder geworden.
Mit Leonard freuen wir uns auf die WM in Deutschland. Die Fanausstattung haben wir bereits. Ob die eine Pulle aber reicht bezweifeln wir stark. Mit uns als Fans können WIR doch nur Weltmeister werden, oder?
Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr und uns viele gelungene Geschwister.
Viele liebe Grüße von Ephesus und Kupille und dem Rest der Familie.


Mai 2007:
Was ist nur mit Ephesus und Kupille los? Ich habe jetzt schon seit über einem Jahr nichts mehr von ihnen gehört!
Aber nach einem Pfingstgruß an sie, haben sie mir umgehend geantwortet, sogar mit Bildern!


Liebe Mutter Moni!
Nun bist du uns ja zuvor gekommen, denn wir hatten es auch fest vor uns mal wieder zu melden. Aber es passiert ja so viel, dass man zu nichts kommt.
Stell Dir vor wir hatten einen schönen Ausflug mit Kultur. Erst sind wir Cabrio gefahren bei herrlichem Sonnenschein nach Karlshafen und dann nach Kelze zum Jean Bonnet. Da war nämlich sAnnchen aus der HNA, die die auch mit Mundart babbelt. Eigentlich heißt sie ja Almut Weingart. In Kelze gab es ein Kulinarisch literarisches Menü!!!! Aperitif: Apfellikör gespritzt mit Sekt.
Vorspeise: Nordhessische Wurscht- und Schinkenspezialitäten gereicht mit frischem Brot.
Suppe: Kartoffelsuppe mit Goldwürfeln.
Zwischengang: Kraut gefüllt mit Rinderhack auf geschmolzenen Tomaten.
Hauptgang: Schweinebraten mit Waldpilzrahmsauce und Stampfkartoffeln an Gemüsebeet.
Dessert: Heidelbeerküchlein auf Apfelkompott mit Vanillesauce.
Na da guckste aber. Das war aber ganz nach unserem Geschmack.
Zwischen den Gängen hats Almut dann Geschichtchen zum Essen erzählt. Einige Besucher haben ja nix verstanden. Aber wir jedes Wort!!! Zwischendurch hats Almut uns auch um unsere Meinung gefragt. Kannst echt stolz auf uns sein. Nur der Pressefotograf hat uns einfach ignoriert, welch ein Banause.
Wir gucken ganz oft in die Bärsönlichkeiten Homepage und sind immer auf dem brandneusten Stand. Tolle Geschwister. In der Engel Apotheke wurden sie auch bestaunt.
Tschüß bis dann, uns geht es gut und wir sind immer im Bilde.
Auf die Documenta wollen wir natürlich auch. Mohn- und Reisfelder, das Gewächshaus und die vielen Geheimnisse um Herrn Buergel erhöhen die Spannung.
Dein Ephesus und Kupille

Seit langer, langer Zeit habe ich nun nichts mehr von ihnen gehört! Aber so ist das, wenn es einem woanders auch gut geht!

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